THIS WEEK #1 – We got the vibes just like we should

Ich hatte mal damit begonnen Jahreslisten in diesem Blog zu veröffentlichen. Nachdem ich der modernen Musikwelt nur noch bedingt folgen kann ohne mich durch meterdicke Schaufelware zu graben, die ich mich nicht wirklich zu ertragen im Stande fühle, würde ich in der Zukunft das Konzept ausprobieren, wöchentlich einfach 3 Sachen zu empfehlen, die man sich, meiner Meinung nach, mal anhören sollte. Alte, neue, wiederentdeckte, neu gefundene, in Vergessenheit geratene. Völlig willkürlich. That’s it.

Ich dachte erst machste 11 im Monat (wegen Name) und dann hab ich festgestellt wie viel das ist, wenn man das auf einen Hau machen will. Jetzt mach ich praktisch mehr, aber es fühlt sich weniger belastend an. Komplett genial.

Mehr Blog Content kann ich mir generell für die kommende Zeit vorstellen. Auch als schmückendes Beiwerk für den Empire Newsletter. Dem Wurfblatt für den stiltechnisch gemäßigten Flügel des Salzburger Untergrunds.

Ich freue mich über Feedback, Debatten und natürlich auch Tipps von euch.

Falls ihr euch die Titel einfach bei Spotify anhören wollt, findet ihr hier eine Playlist zu der ich die Songs wöchentlich hinzufügen werde:


ART FEYNMAN – SHELTER (2017)

Art Feynman alias Luke Temple hat 2017 seine, über einen 4-Spur-Rekorder aufgezeichnete, EP Near Negative veröffentlicht. Darauf enthalten ist u.a. der Song Shelter. Eine knapp 4½ Minuten lange psychedelische Impro-Meditation aus Afrobeat-Krautrock, die von einem alten Juno Synth, mentronomartigen LoFi Drums und Temple’s wundervoll weirder Stimmperformance zusammengehalten wird.


HAK BAKER – VENEZUELA RIDDIM (2019)

Hak Baker ist ein sehr sympathischer, britischer Songwriter mit jamaikanischen Wurzeln. Das tolle Trippin Mag hat einen lesenswerten Artikel über ihn geschrieben, der seinen Weg von East London, über das Grime Kollektiv Bomb Squad, den Knast bis zur Gitarre und dem was er G-Folk nennt nachzeichnet. Der Song Venezuela Riddim entstammt seinem aktuellen Album Babylon. Die kreative Stimmführung hat mich sofort abgeholt, der positive Vibe, das Cockney, die warme Produktion, sogar das tolle Video. Neben der Pop-Rap Welt, die sich seit nunmehr über einem Jahrzehnt zu großen Teilen im Triplet-Flow festgefahren hat, ist das ein sehr willkommener Ansatz für mich. What a celebratory time.


BABA STILTZ – RUNNING TO CHAD (2018)

“Wiederhole einen Satz bis er gilt.” – Der Guiro Beat zu Beginn erinnert noch an Fountains Of Wayne’s Hey Julie, was folgt ist aber ein knapp 6 Minuten langes Experiment dazu wie lange man 2 Töne durchloopen muss bis der Track einen catcht. Schneller als du denkst ist die Antwort. Hypnotische, kalifornische Roadtripmusik, die sich zeitweise wie eine Parodie anfühlt, aber von Baba Stiltz immer straight gespielt wird.