KUUNATIC –  Thrilling Tokyo Based Tribal-Psych 

Kuunatic sind am 9. Juni 2022 live in Salzburg, im Rahmen der Eleven Empire Reihe, zu sehen.


Kuunatic ist ein spannendes Tribal-Psych Trio aus Tokyo, Japan. Ausgehend von den verschiedenen musikalischen und kulturellen Backgrounds und Perspektiven der Bandmitglieder, exploriert ihre Musik rituelles Trommeln, pulsierende Bass Lines, atmosphärische Keyboard Sounds und traditionelle japanische Instrumente.

„Gate Of Klüna“ ist Kunnatics heiß erwartetets Debüt Album. Produziert von Tim DeWit (Gang Gang Dance) deckt das Album eine hypnotisierende Soundwelt auf, die Genres transzendiert und der es gelingt mutig experimentell und catchy zugleich zu sein. 

Eine Welt zu kreieren hat viele Vorteile. Ideen von Zeit und Raum können, gleichsam zu Williams Blake’s Urizen, nach dem Willen und Denken des Erschaffers gekrümmt werden. Obwohl in Tokyo 2016 gegründet, einer Stadt die sehr wohl auf diesem Planeten existiert, haben sich Kuunatic zuerst an einem anderen Himmelskörper orientiert um ihr Projekt zu formen. In Interviews erwähnte die Band bereits, dass ihr Name dem finnischen Wort für den Mond, „kuu“, entlehnt ist. Keyboarderin Fumie hilft dabei die Uneingeweihten zu leiten:

„Kunnatic’s musikalisches Konzept ist eine Fantasie. Der Titel unserer ersten EP war „Kuurandia“, das ist der Name des Fantasie Planeten auf dem wir leben. Die Ep war ein Prolog. Und das hier ist ein Konzept Album darüber wie der Planet begann, sich entwickelte und entdeckt wurde. Es besteht aus 8 Songs und jeder hat eine Geschichte zu erzählen.“

Julian Cope hat mal geschrieben, dass japanische Rockmusiker alles was sie draußen in der Welt entdecken durch ihren eigenen, außerordentlichen, japanischen Filter senden und dabei häufig etwas Prachtvolles und oft Besseres hervorbringen, als was sie ursprünglich inspiriert hatte. 

Drummerin Yuko Araki proklamierte entsprechend in eine, Interview mit einer afrikanischen Zeitung, dass sie ultimativ unklassifizierbar seien – obwohl man sagen könnte, dass sie „Kuurandian“ sind. Es ist realtiv vergebens Kuunatic in irgendeinem Stil oder irgendeiner Szene zu verankern, aber Fragmente anderer Sounds wiederzuerkennen ist natürlich auch ein großer Spaß. 

Fumie betrachtet Cope’s Prämisse: „Es ist auf uns in gewisser Weise anwendbar. Wir mixen und experimentieren gerne mit allem was wir sehen, hören, erleben und denken, nicht nur in Japan, sondern überall, um eine einzigartige Welt zu entwerfen. Während langer Touren führen wir viele Gespräche, spielen herum, spinnen bizarre Ideen aus und machen Songs daraus. Kuurandia ist unser ideelles Utopia. 

Wir glauben nicht, dass wir exzellente Musikerinnen sind, aber wir glauben, dass wir immer passioniert unsere Ideen und unsere Liebe zur Fantasie verkörpern.“

Kuunatic’s Musik scheint viele Reaktionen quer um den Globus zu evozieren. Ein Journalist hört die Echos unkonventioneller Hybriden und psychedelischer Kammermusik aus den Reihen von Os Mutantes, Basil Kirchin, The Raincoars oder Manfred Hübler. Drummerin Yuko meint dazu: „Es ist interessant, dass Zuhörer uns stets in so viele verschiedene musikalische Genres kategorisieren möchten.“ 

Musikalische Interpretationen werden unvermeidlich um ihre Homebase auf ihrem anderen Planeten, Japan, kreisen. Das japanische Publikum versteht Kuunatic häufig als „verstärkte“ Shinto Schrein Jungfern (miko). Fumie wirft ein: „Unser Sound besteht aus so vielen verschiedenen Arten von Musik, aber bestimmte japanische Instrumente und ihr Klang geben der Welt von Kuunatic eine ganz bestimmte Atmosphäre. Traditionelle japanische Musik existiert in unserer direkten Umgebung, auch wenn wir uns nicht aktiv Gagaku oder Kabuki anschauen. Fumie spielt die Kagura Flöte seit ihrer Kindheit, Shoko’s Name enthält das japanische Zeichen 笙, das auch ein traditionell japanisches Instrument bezeichnet, und Yuko besucht ab und zu Homa Rituale in einem Tempel und hört den eindringlichen Gesangsrhythmen zu. Wir hören traditionelle Musik überall bei den japanischen Sommerfestivals, sie ist als sehr vertrauter Klang in uns eingeprägt.

Die Möglichkeiten der Projektion auf Kunnatic’s Musik sind endlos. Der Titel „Lava Naksh“ ist eine Art Renaissance Tanz, ein Pavane vielleicht, obgleich unterlegt mit Kraftwerk’s frühem Orgelsound. „Full Moon Spree“ könnte eine rituelle Version von The Fall’s „What You Need“ sein. „Raven’s War“ ist ein knochentrockener progressiver Soundtrack, es könnte ein verloren gegangener Cut aus den Valley Of The Dolls Aufnahmen sein. Einige Beats und nahezu melismatische Melodieführungen gehen zurück auf archaische, prozessionale und rituelle Musik. Auf „Desert Empress Part II“ z.B. läuft eine finstere Bass Line gewichtig beiseiten der Toms und umrahmt und führt so die Stimmung. Beendet wird das Ganze mit etwas was wie eine rückwärts abgespielte Orgel klingt. Solche akustischen Taschenspielertricks sind Teil von Kuunatic’s Playbook. Aber wir sollten uns stets an ein altes Gebot erinnern: „The menu is not the meal, and the map is not the territory.“